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Thomas Greiter

Geschäftsführer

Unternehmer, Marketer und Online-Marketing-Evangelist aus Leidenschaft. 

Thomas (Tom) Greiter ist Gründer des Unternehmens und als Internationaler Betriebswirt auf die Entwicklung von Unternehmen sowie deren Marketingmanagement spezialisiert.

Der gebürtige Kemptener ist seit fast 25 Jahren als Führungskraft und Unternehmer in unterschiedlichsten Rollen und Branchen im Bereich Marketing tätig und hat seine unternehmerische Expertise zahlreichen Unternehmen zur Verfügung gestellt. 

Als Motor und erster Marketingmacher bei Greiter & Cie. schöpft er seine Inspiration und Kreativität bei sportlichen Aktionen wie Skifahren, ausgedehnten Gassi-Gängen mit seiner Hündin Luna oder Tauchen und Bergwandern gemeinsam mit seiner Frau und seinem Sohn, der seinen technikverrückten Papa schon jetzt mit seinem großen, vielleicht sogar angeborenen (?) Technik-Know-how verblüfft. Den Großteil seiner Zeit verbringt er an seinem selbst geschaffenen Lieblingsarbeitsplatz in seiner Heimat mit Blick auf den Grünten.

Berufliche Stationen

seit 2013
Geschäftsführender Gesellschafter der Greiter & Cie. GmbH 

2007 – 2013 
Freiberuflicher Unternehmensentwickler, Interimsmanager Marketing, München & Kempten 

2001 – 2007 
Geschäftsführender Gesellschafter, cinemateq GmbH & Co. KG HighEnd Videotechnologie, München

2000 – 2001 
Interim-Marketingleiter, PowerWork AG Workflowsysteme, Kempten

1995 – 2000 
Geschäftsführender Gesellschafter, INOVO Fullservice Werbeagentur GmbH, Kempten

1992 – 1995 
Selbstständigkeit mit IT-Handel während Ausbildung & Studium

 

Thomas Greiter

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"Wir sind die Schnittstelle zwischen Kreativen und Unternehmen."

Interview mit Geschäftsführer Tom Greiter: Über einen Arbeitsplatz mit Blick auf den Grünten, ein Faible für technologische Innovation und flippige Designertypen.

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Hallo Tom, was verbindet Bill Gates, Steve Jobs und Tom Greiter?

Tom Greiter: (ausuferndes, herzliches 15-sekündiges Lachen) Oh, mein Gott! Das ist ziemlich vermessen, darauf irgend etwas zu sagen. Denn das sind meine zwei großen Vorbilder. Wenn uns wirklich etwas verbindet, dann wäre das nur die Liebe zur IT, zur Technologie und zur Innovation. Für mich war Bill Gates in den 1990ern, als ich angefangen habe zu arbeiten, immer DAS Vorbild. Vor allem mit dem Ausspruch: „Information at your fingertips“ – gleichbedeutend mit der kompletten Neustrukturierung der Informationstechnologie, die von Microsoft samt dem Betriebssystem Windows ausging. Das war eins der ganz großen Themen, die mich geprägt haben. Und ganz klar Steve Jobs mit dem hier (zeigt auf sein i-Phone) – die Innovation schlechthin. Dabei geht es gar nicht so sehr um das Gerät, auch wenn es toll und schön ist. Denn das können auch andere bauen. Was mich begeistert, sind die Bedienungsfreundlichkeit und die Intuition im Umgang damit. Sogar mein dreijähriger Sohn konnte es damals bedienen, ohne lesen zu können und zu wissen, was es ist. Das ist der Beweis schlechthin. 

Mir ist sofort aufgefallen, in welchem Bereich du gegenüber den beiden Herren – von denen einer ja leider nicht mehr lebt – einen klaren Vorteil hast: Du hast ein flauschiges Büro in traumhafter Landschaft, kannst mittags um die Ecke einen Allgäuer Wurstsalat mit Weiherblick essen. Siehst du das selbst als Privileg und falls ja, kannst du das Privileg auch genießen? 

Tom: Ja. Als die Entscheidung fiel, das Einzelkämpferdasein aufzugeben und wieder ein Unternehmen zu gründen und Mitarbeiter einzustellen, war klar: Ich brauche irgendwo ein Büro – und zwar etwas Herausragendes für das, was wir hier tun. Etwas Besonderes für diesen Kreativstandort, nichts von der Stange. Ich bin hier sehr, sehr gerne. Der Bachtelweiher, das Allgäu, die Region: Das sind die Gründe, weshalb ich aus München zurückkam. Da ich sehr viel Zeit im Büro verbringe, sind mir der Standort und die Einrichtung des Büros äußerst wichtig. Ich wollte immer einen Arbeitsplatz mit Blick auf den Grünten. Das wusste ich in München schon. Hier gab es die Möglichkeit dazu. 

Du hast fast 10 Jahre in München gearbeitet, im Bavarian Valley. Dann bist du zurück nach Kempten. Was macht für dich den besonderen Reiz aus, die Qualität deiner Arbeit bei deinen Allgäuer Kunden unter Beweis zu stellen? 

Tom: Viele Allgäuer meinen, dass professionelle Dienstleistungen von außerhalb des Allgäus kommen müssen. Sie suchen sich eine Agentur oder einen Dienstleister in München oder fahren nach Stuttgart zum Einkaufen. Viele haben das Gefühl: Im Allgäu gibt’s nichts Vernünftiges. Das habe ich damals schon erlebt, als ich direkt nach dem Studium meine erste Werbeagentur hier im Allgäu aufgebaut habe. Jeder hat gesagt: „Bist du wahnsinnig? Das funktioniert hier nicht!“ Es hat funktioniert, weil man die Menschen hier mit Qualität durchaus überzeugen kann. Du musst dich dabei als Dienstleister auf die Besonderheiten einstellen. Die Entscheidung, von München zurückzukommen, fiel wegen des Standorts Allgäu. Ich möchte auch etwas vom Leben haben und nicht nur leben, um zu arbeiten. Es war klar, dass ich hier wieder als Marketing-Dienstleister anfange und das Know-how ins Allgäu mitnehme. Die Frage war, was Allgäuer Unternehmen brauchen können. Ich habe schon öfter festgestellt: Der klassische Allgäuer Unternehmer hat ein Problem mit dem verrückten Kreativspinner. Und die verrückten, guten Kreativspinner haben ein Problem mit der Allgäuer Mentalität. So wurde ich damals zu meiner Agenturzeit immer ein bisschen zum Übersetzer. Damit war das Modell geboren, diese Schnittstelle zwischen den Kreativen und Unternehmern aus dem Marketing heraus zu bilden. Das ist die Idee der Marketingmacher: Wir sind die externe Marketingabteilung, in der wir alle Qualitäten vereinigen. 

Kommt dir das zugute, dass du ein g’standenes Allgäuer Mannsbild bist und gleichzeitig mit Kompetenz und einer gewissen Bodenständigkeit wahrgenommen wirst? Also nicht den flippigen, super abgefahrenen Großstadt-Kreativen geben musst? 

Tom: Ja. Ich denke, dass mir vor allem zugutekommt, dass ich mich auf jede Situation einstellen kann. Ich kann dir heute den super flippigen, kreativen Münchener Schickeria-Designtypen geben, wenn das nötig ist, aber genauso gut den Allgäuer Unternehmer. Ich bin als Allgäuer aufgewachsen, bin als Unternehmersohn erzogen worden, habe die Allgäuer Werte und die Unternehmerwerte von Anfang an mitbekommen und lebe diese. Das ist für mich die Grundlage. Genauso gut habe ich durch meine Ausbildung der Internationalen Betriebswirtschaft und durch meine Zeit in München über den Tellerrand geblickt und gesehen, wie es anderswo auf der Welt zugeht. Klar ist die Agenturwelt eine andere als das, was hier im Allgäu passiert. Das ist wie Tag und Nacht.   

Fragt sich nur, was Tag und was Nacht ist ... 

Tom (lacht): Das kommt immer auf den Standpunkt an beziehungsweise, auf welcher Seite  du gerade stehst. 

Du bezeichnest dich ganz offensiv als Marketingmacher. Dabei wühlst du dich recht schnell in die Denkweise der Unternehmen ein, sodass diese in der Zusammenarbeit mit Greiter & Cie. noch eine kleine Unternehmensberatung dazubekommen. Wie eng hängen denn für dich strategisches Marketing und Unternehmensberatung zusammen? 

Tom: Das gehört zusammen. Zum einen muss ich natürlich das Unternehmen verstehen, für das ich Marketing mache – und zwar in allen Bereichen. Ich muss die typischen Marketingfragen beantworten können, also: Welche Zielgruppe, welche Märkte, wie ist das Produkt, wie sind die Produkteigenschaften? Ich muss aber auch wissen: Wie ticken die Menschen, wie tickt das Management, was sind die persönlichen Ziele des Unternehmers, was sind die Schwächen und Stärken des Unternehmens? Ein Beispiel: Ein Kunde hat ein super tolles Produkt. Wir fahren das Marketing hoch und alles verpufft. Warum? Weil der Kunde gar nicht in der Lage ist, mit den vorhandenen Prozessen die Anfragen abzuarbeiten und Vieles ins Leere läuft. Das heißt, ich muss auch mitsteuern und intern die Prozesse mit optimieren, damit die vom Marketing ausgehenden positiven Effekte überhaupt verarbeitet werden können. Als externe Marketingabteilung musst du zwangsläufig ins Unternehmen hineinschauen und landest damit gleich bei der Beratung oder zumindest bei der Analyse des Unternehmens. Denn auch eine interne Marketingabteilung des Unternehmens würde bei bestimmten Prozessen am Tisch sitzen und vielleicht der Geschäftsleitung ordentlich auf die Nerven gehen.
Die Spannungen zwischen Controlling, Finanzen und Marketing spüren wir auch. Dafür sind wir bestens gerüstet, weil es für uns als Betriebswirte ganz normal ist, dass wir zusammen mit dem Marketing auch die anderen wichtigen Bereiche anschauen. Was für mich von Anfang an ein Vorteil war – auch, als ich noch die klassische Full-Service-Werbeagentur hatte: Ich habe die Fähigkeit, mir ein Unternehmen anzukucken und dann von allen Seiten zu betrachten. Also quasi gedanklich einmal drum herum zu gehen, wirklich jeden Aspekt zu sehen und sich dann in die Themen hineinzuversetzen. So versuchen wir, die Versteher zu sein, also die Unternehmer, deren Kunden und Mitarbeiter in unsere Konzepte einfließen zu lassen. 

Welche Themenbereiche machen dir am meisten Freude, sprich von welchen deiner Fähigkeiten profitieren Eure Kunden am meisten? 

Tom: Von der vorher genannten Problemerkennung. Und mit Sicherheit vom prozessorientierten Denken. Das heißt, dass wir sehr stark strukturiert vorgehen. Wir versuchen, Kreativität und tolle Ideen gleich in passende Strukturen zu bringen. Ich habe ein großes Faible für Innovation und Technologie. Ich bin immer jemand, der bei der Entwicklung von Konzepten und Strategien versucht, das Neueste, was es auf dem Markt gibt, in irgendeiner Weise zu integrieren und daraus Ideen für den Kunden zu entwickeln. Da stoße ich im Allgäu manchmal auf Kopfschütteln und höre: „Was will er denn? Wo gibt’s denn so was? Das brauchen wir nicht!“. Doch so schnell gebe ich nicht auf. Ich bringe immer wieder technologische i-Tüpfelchen ins Spiel. In der Summe profitieren unsere Kunden von der Gesamtstrategie. 

Auf eurer Homepage bezeichnest du dich ganz unbescheiden als Online-Marketing-Evangelist. Welche frohe Botschaft verkündest du denn den Menschen da draußen?

Tom (lacht): Online-Marketing wird einer der wesentlichen Bestandteile der Kommunikation der Zukunft sein. Es ist es heute schon und wird noch wichtiger werden. Denn die Technologie wird zum festen Bestandteil unserer Gesellschaft, unserer gesamten Kommunikation, unseres Handelns. Das alles verschmilzt immer mehr. Ich kann mit Online-Marketing sehr viel Positives bewirken. Ich kann damit aber auch viel Schaden anrichten. Deshalb gilt es sehr gut abzuwägen, wann und wie ich welche Strategie einsetze. So wird zum Beispiel das große Thema Datenschutz in Zukunft noch viel wichtiger. Denn die Menge der Daten, die weltweit verarbeitet und analysiert wird, ist gigantisch. Um kein Unheil anzurichten, ist der ethisch saubere Umgang mit diesen Informationen sehr wichtig. Außerdem ergeben sich durch das Online-Marketing völlig neue Möglichkeiten, völlig neue Geschäftsfelder. Das finde ich spannend und versuche es, in alle Strategien und Entscheidungen mit einfließen zu lassen. 

Hast du das Gefühl, dass der Großteil der Menschen und der Unternehmen noch gar nicht verstanden hat, was in diesem Bereich abgeht und in welche Richtung sich das entwickelt? 

Tom: In der Tat haben das viele noch nicht verstanden. Die großen Konzerne natürlich schon und einige, die mit dem Thema seit längerem zu tun haben, wie zum Beispiel die E-Commerce-Branche – zumindest im Ansatz. Der Einzelhandel ist noch ganz weit davon entfernt zu verstehen, was da alles kommen wird. Somit ist also noch viel Erklärungs- und Aufholbedarf vorhanden.

Du predigst Marketing fast Tag und Nacht. Wie wir gehört haben, leihst du dir die Flügel für die Nachtflüge auch gerne mal von Red Bull.

Tom (lacht): Nicht mehr so oft wie früher, aber immer noch.

Gibt es auch Dinge, die dich zur Ruhe bringen und welche Rolle spielt dabei eine Hündin namens Luna?

Tom: In den Bergen und der Natur finde ich im Sommer beim Wandern und im Winter beim Skifahren Ruhe. Das sind meine großen Leidenschaften, die reißen mich aus dem Alltag heraus und dabei kann ich Energie tanken. Das ist einer der Gründe, warum ich zurück ins Allgäu gekommen bin. Und die Hündin hat mich sehr viel Demut, Konsequenz und Geduld gelehrt, denn ich war und bin überhaupt kein geduldiger Mensch. Durch die Erfahrung mit unserer Luna habe ich gelernt, dass nicht alles sofort klappt. Aber wenn du lange an etwas hinarbeitest, wird es doch zum Erfolg. Eine tolle Erfahrung. Wenn ich Zeit habe, etwas mit Familie und Hund zu unternehmen, dann ist das eine wunderbare Entspannung. Die wenige Zeit, die ich habe, versuche ich – wenn es irgendwie geht – zu 100 Prozent mit der Familie zu verbringen. Das habe ich früher nicht getan und in den letzten Jahren gelernt, in diesem Bereich Prioritäten zu setzen. 

Denkst du vor lauter Umtriebigkeit manchmal gar nicht mehr an deine Kleidung, sodass du plötzlich im Anzug auf einem Berg stehst, wie auf dem Titelbild eurer Webseite zu sehen?

Tom (lacht): Nein. Das mit dem Anzug war bewusst provokant. Wobei die Szene selbst beim Shooting sehr lustig war. Und das Provozieren hat funktioniert. 

Wie ehrgeizig bist du beim Sport? Gilt hier das Motto wie im Business: Schneller, höher, weiter, Greiter?

Tom: Das kommt darauf an. Ich muss nicht überall der Beste sein. Aber ich habe schon Ehrgeiz. Wenn ich mir etwas vornehme, gehe ich durchaus mit dem Kopf durch die Wand. 

Welche Visionen und Ziele habt ihr mit Greiter & Cie.?

Tom: Die klare Vision ist, dass wir hier mit einer super eingespielten kleinen Truppe als Kernteam agieren. Dieses Büro hat eine bestimmte Größe und sechs Arbeitsplätze. Mehr wird es nicht geben. Ganz bewusst. Denn ich möchte eine schlagfertige und leistungsfähige Truppe haben, die wirklich perfekt miteinander harmoniert und mit der man große Sachen stemmen kann. Für uns gilt Wachstum durch Effizienz. Wir können uns vorstellen, größer zu werden. Aber nicht im Kernteam, sondern durch eine gute IT, mit der wir alles steuern und durch perfekt ausgebildete Mitarbeiter, die das im Griff haben. Es ist die Herausforderung, die ich für uns in den nächsten Jahren sehe, dass wir durch interne Optimierung unserer Prozesse und Abläufe, durch Schulung von Mitarbeitern und Dazulernen immer besser werden, damit wir wie ein Schweizer Uhrwerk laufen. Wichtig ist uns allen, dass es Spaß macht. Und dass wir nur Projekte und Kunden haben, für die wir gerne arbeiten und dabei Freude bei der Arbeit haben. Ich will nicht in die Situation kommen, dass ich Aufträge annehmen muss. 

Und das sportliche Ziel dabei ist, unser Unternehmen so weiterzuentwickeln, dass ich im Winter bei einem halben Meter Neuschnee sagen kann: Ich bin dann mal spontan einen Tag beim Tiefschneefahren.

Wie gehören denn die Themen Spaß und Marketing zusammen – gerade in Hinsicht auf Kampagnen? Und wie sehr lässt sich den Kunden der Spaß vermitteln, da viele das Business als das ernste Leben ansehen und sich Spaß erst nach Feierabend gönnen dürfen ...

Tom: Marketing ist sehr emotional und hat zwei Seiten. Viele denken: Marketing ist gleich bunte Bildchen, Werbung, Kreativität und irgendwelche Designergüsse. Marketing ist im Grundsatz erst einmal knallharte Betriebswirtschaft und hat ganz mit viel mit Controlling, also Rechnen, zu tun. Das ist die Basis, die ich als Dienstleister beherrschen muss. Schließlich bewegen wir als Marketingabteilung für unsere Kunden viel Geld. Wir haben Verantwortung für deren Budgets und müssen ihrem Vertrauen gerecht werden. Bekanntlich hört das Lustige dort auf, wo Geld im Spiel ist. Da hat Spaß keinen Platz, da sind wir ausschließlich Geschäftsmänner. Die andere Seite des Marketings ist die Idee dahinter, die Emotion. Ich kann Menschen nur von einer Sache überzeugen, wenn ich Gefühle mit ins Spiel bringe. Emotion ist das, was sich am meisten im Hirn einprägt. Marketing ohne Emotion funktioniert nicht. Ob ich dabei einen Designpreis gewinne oder einfach nur etwas Lustiges biete, ist völlig egal. Für mich ist nicht der Grad der Kreativität entscheidend, sondern ich frage mich: „Wie emotional schaffe ich es, Menschen anzusprechen?“ Emotionen machen durchaus Spaß. Beide Seiten sind für uns gleich wichtig.

Emotion – ein gutes Stichwort, um auf deine Partnerin bei Greiter & Cie., Claudia Seifert, zu sprechen zu kommen. Auch sie betont die eminente Wichtigkeit des Themas Emotion im Marketing. Wie wichtig ist dir denn die Tatsache, noch jemanden im Boot zu haben, der das Schiff lenkt?

Tom: Zum einen ergänzen wir uns hervorragend, weil Claudia fachlich aus einer etwas anderen Richtung kommt. Wir passen gut zusammen und bringen unser Know-how und unsere Erfahrung mit ein. Zum anderen tut es ganz gut, einen weiblichen Gegenpart zu haben, der ein paar Dinge anders sieht als ich mit meiner männlichen Geschäftsführer-Einstellung (lacht). Manche Themen sieht Claudia aufgrund ihrer Erfahrung und ihrer Weiblichkeit komplett anders als ich. Da entsteht Reibung, und aus dieser Energie kann etwas Positives entstehen, wenn wir gut miteinander umgehen. 

Bei welchen Punkten seid ihr sehr nah beisammen, wo liegen eher die Reibungspunkte?

Tom: Sehr nahe zusammen sind wir immer, wenn es darum geht, die Firma nach vorne zu bringen. Reibung entsteht darin, wie wir bestimmte Aufgabenstellungen, Ausrichtungen, Zielsetzungen und Strategien sehen. Das ist ganz normal. Jeder hat seinen Stil im Marketing und sieht vielleicht manche Dinge nicht, sodass er dankbar ist, wenn der Gegenpart ihn darauf hinweist. Das war auch der Grund, weshalb wir gesagt haben, dass wir die Firma unbedingt zusammen leiten müssen. Wir haben uns kennengelernt und mehr oder weniger aus dem Stegreif einen Workshop gemeinsam gehalten, bei dem wir uns – ohne das jemals vorher zusammen gemacht zu haben – einen Ball nach dem anderen zugeworfen haben und sechs Stunden lang 15 Kunden begeistert haben. Das war für mich die Feuerprobe und ich habe gesehen: Das ist jemand, der genau in die gleiche Richtung denkt.

Wenn wir schon bei Claudias Qualitäten sind: Jetzt darfst du mal die ultimative Lobhudelei auf sie anstimmen.

Tom: (lacht) Sie ist eine exzellente Expertin in Marketingstrategie und Unternehmens-Positionierung. In den Themen: „Wie baue ich eine Marke auf, wie positioniere ich eine Marke, wie setze ich Zielgruppen?“ ist sie einfach perfekt. 

Eure Agentur hat ihr Büro in deinem Haus, ist also das Zentrum deines Lebens und Arbeitens. Fühlt es sich manchmal doch mehr nach „deinem“ Business an oder spielt so ein Gedanke keine Rolle?

Tom: Das ist ein ganz schwieriger Punkt, bei dem ich auch lernen muss. Ich habe schon mehrere Unternehmen mit Partnern gegründet und nicht nur positive Erfahrungen damit gemacht. Damals habe ich mir gesagt: Ich gründe nie mehr mit jemand anderem ein Unternehmen. Dann habe ich Claudia kennengelernt und mir war klar: Wir sind mit diesem Geschäftsmodell „externe Marketingabteilung“ extrem nah an den Kunden dran. Unsere Ansprechpartner sind Geschäftsführer. Wenn ich heute in den Urlaub gehe, es irgendein Problem gibt und mein Kunde, der Geschäftsführer, will nicht mit einem Mitarbeiter, sondern einem Entscheider sprechen, dann ist Claudia da. Deshalb fahre ich, seitdem sie da ist, wieder entspannt in den Urlaub. Weil ich ihr voll vertraue und weiß, dass alles genau so erledigt wird, wie bei meiner Anwesenheit. Das war für mich der Grund zu sagen: Ich probiere es doch noch einmal mit einer Partnerschaft. Nach sehr langer und genauer Überlegung war für mich klar: Das Konzept Greiter & Cie. funktioniert nur in dieser Konstellation.

Eure technische Konstellation ist lustig: Dein Leben spielt sich hauptsächlich in der Windows-Welt ab, Claudias in der Apple-Welt. Seid ihr das Paradebeispiel dafür, dass es in der Marketingwelt doch eine gelebte Symbiose zwischen diesen beiden Gegenspielern gibt?

Tom: (lacht) Technologisch gesehen wird es in fünf Jahren überhaupt keine Rolle mehr spielen, ob ich ein Windows- oder ein Apple-System habe. Denn wir werden uns alle in der Cloud bewegen und alles wird webbasiert sein. Das heißt, es ist völlig egal, auf welchem Betriebssystem ich als Grundlage arbeite. Beide Welten haben ihre Vorteile. Ich mag – zumindest am Arbeitsplatz – die Windows-Welt lieber, weil ich viel mehr damit machen kann. Und ich hasse die Windows-Welt beziehungsweise die Android-Welt auf der Telefon-Ebene, weil ich da viel zu viel denken muss und zu wenig intuitiv ist. Ich habe selbst ein MacBook Air, das ich liebe.

Was wird im Thema Marketing der Trend sein, um den niemand in den nächsten Jahren herumkommt?

Tom: Natürlich Online-Marketing, oder nennen wir es weiter gefasst digitales Marketing. Es wird bald keine Plakate mehr geben, so wie wir das kennen. Displays mit digitalen Inhalten werden die Plakate der Zukunft sein, weil die Technologie hier deutlich günstiger wird – im Schaufenster, auf Plakaten und auch am Point of Sale im Laden. Ich werde mit Tools wie einem Handy oder einer Uhr durch die Stadt gehen und werde erkannt werden, wenn ich das will. Betrete ich einen Laden, werden mir maßgeschneiderte Informationen drauf gespielt. Auf all diese Neuerungen versuche ich unsere Kunden schon jetzt vorzubereiten. Wichtig ist für mich, all die Instrumente, die wir aus der Digitalwelt zur Verfügung haben, in unsere Strategien, unsere Untersuchungen, unser Controlling mit einfließen zu lassen, um damit für unsere Kunden schnell und effizient Informationen zusammenzustellen.

Interview: Mischa Miltenberger